Logbuch des P-Seminars Astronomie

14.02.19: "clear sky" in der Sternwarte Rosenheim

Was darf bei unserem P-Seminar Astronomie natürlich nicht fehlen? Ein Besuch der Sternwarte an der Fachhochschule Rosenheim! Wir haben lange auf gute Wetterbedingungen gewartet und am 14. Februar gab es endlich "clear sky". Wir trafen uns mit Astronomieprofessor Herrn Junker und – warm eingepackt – ging es auf das Dach der FH zur großen Kuppel.
Zuerst halfen alle zusammen, denn es mussten Vorhänge um den Beobachtungsplatz gezogen werden, damit unsere Augen nicht vom hellen Licht der Stadt geblendet werden. Dann ging es schon los mit dem Crashkurs über Sterne und Sternbilder. Herr Junker zeigte uns laserunterstützt und mit vielen Merkhilfen die bekannten Sternbilder, wie den großen und den kleinen Wagen und den Polarstern. Dann aber weiter ins Unbekannte, von Cassiopeia über Andromeda und Perseus zum Orion. Nebenbei identifizierten wir auch helle Sterne wie Beteigeuze und Aldebaran.
Uns schwirrte der Kopf und dann waren auch deutlich längere Erklärungen notwendig, um uns anschaulich darzulegen, dass und warum eine vollständige Drehung der Erde um die eigene Achse eben nicht 24 Stunden, sondern nur 23 Stunden und 56 Minuten dauert.
Zum Schluss durfte natürlich ein Blick durch das XXL-Teleskop mit vier Metern Brennweite nicht fehlen. Auf der Liste der Objekte standen der Orionnebel, die Plejaden und der zunehmende Mond.

Es war faszinierend, einen Sternhaufen mal von "ganz nah" zu sehen und die vielen einzelnen Sterne zu erkennen. Beim Blick durch das Teleskop konnte man beim Mond großflächige Mare und winzige Krater erkennen und wir durften das Teleskop sogar selbst mit Hilfe einer Fernbedienung am Terminator – der Grenze zwischen unbeleuchteter und beleuchteter Mondoberfläche – entlangführen.
Der Besuch hat uns unsere ersten Deep-Sky-Objekte gezeigt, die Orientierung am Winterhimmel ermöglicht und scheinbar sicheres Wissen über den Haufen geworfen (23h 56min!). Wir freuen uns schon auf einen zweiten Besuch!

06.02.19: Besuch der "ESO Supernova" Garching

Am 06.02.19 machten sich das vollzählige P-Seminar Astronomie schon am Vormittag auf den Weg, um die "ESO Supernova" im tief verschneiten Garching auf dem Gelände der TU München zu besuchen. Die Zugfahrt verlief beinahe reibungslos – auch wenn der Umstieg am Marienplatz manche Teilnehmer vor einige Herausforderungen stellte –, sodass uns vor Ort sogar noch Zeit für einen Abstecher zu den Rutschen in der Fakultät für Mathematik blieb.
Am Anfang der Führung informierte uns Wolfgang, unser Guide, über das "European Southern Observatory" (ESO) im Allgemeinen und erklärte, dass diese aus einem Zusammenschluss vieler europäischer Staaten zur Erforschung des Sternhimmels und der Himmelskörper, interstellarer Nebel und vieler weiterer faszinierender Objekte besteht. Wegen der hohen Lichtverschmutzung in Mitteleuropa befinden sich sämtliche Teleskope der ESO in der Atacama Wüste Chiles.

Im weiteren Verlauf der Führung wurden uns viele interessante Fakten zu unserem Sonnensystem mit dessen Planeten, Sternen, Galaxien sowie dem momentanen Stand der Weltraumforschung nahegebracht. So erfuhren wir beispielsweise auch, auf welche Weise das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße zum ersten Mal beobachtet werden konnte oder welche Herausforderungen die Erforschung des Mars mit sich bringt.
Im Anschluss der Führung hatten wir die Möglichkeit an einem Workshop teilzunehmen, in dem wir mit Lichtquellen, Linsen und Spiegeln Experimente zum Sammeln von Licht durchführen konnten.

Der letzte Teil unseres Ausfluges bildete eine faszinierende Planetariumsshow: Zuerst wurden von einem Mitarbeiter Sternbilder der nördlichen und südlichen Hemisphäre erklärt, gefolgt vom Film "Europe to the Stars", in dem die Geschichte, bisherige Forschungen und geplante Projekte der ESO erklärt wurden.
Damit endete die kurzweilige und durchaus anstrengende Exkursion und wir begaben uns voll neuer Eindrücke und inspiriert von unseren Entdeckungen wieder auf den Rückweg nach Rosenheim, bei dem tatsächlich alle Teilnehmer die richtigen Haltestellen fanden.

Deborah Bacher, Amelie Wiens

21.01.19: Totale (Mond)Finsternis!

Am Montag, den 21.01.2019, war ein seltenes Naturschauspiel zu beobachten: eine totale Mondfinsternis, wie sie das nächste Mal erst wieder am 31.12.2028 zu sehen sein wird. Ein Ereignis also, das man nicht leichtfertig verpassen sollte. Von 4.30 bis 6.40 Uhr sollte das Spektakel zu sehen sein, weshalb wir, das P-Seminar Astronomie, in Kauf nahmen, sehr früh aufzustehen, um alle Phasen der Finsternis beobachten zu können.
In der Umsetzung sah es dann so aus, dass sich zwölf Projektteilnehmer mit ihrem Seminarleiter um drei Uhr morgens bei Minusgraden auf den Weg zu einem abgelegenen Feld in Großkarolinenfeld machten, um ihre Teleskope aufzubauen.

Denn weder von der eher schlechten Wetterprognose, noch von der Kälte hatten wir uns abschrecken lassen und mit viel Hoffnung ging es los. Doch leider kam es, wie es kommen musste, und der Himmel klarte nicht auf. Eine große Enttäuschung für alle Teilnehmer, wie man sich vorstellen kann. Waren alle Vorbereitungen und Mühen nun umsonst gewesen? Wir sagen: Nein! Denn auch, wenn es natürlich wahnsinnig schade ist, dieses Ereignis nicht mit eigenen Augen gesehen zu haben, haben wir trotzdem unsere Erfahrungen gemacht. Zu nachtschlafender Zeit mit Gleichgesinnten bei völliger Stille auf einem einsamen, dunklen Feldweg den wolkenverhangenen Himmel abzusuchen war definitiv Neuland.

Aber auch, dass ein Klapptisch für die Kleinteile der astronomischen Ausrüstung hilfreich wäre und dass Fahrgemeinschaften besser geplant werden sollten, haben wir uns gemerkt. Und Miriam wird sich bei der nächsten Beobachtung hoffentlich eine Schneehose anziehen.
Nun gehen wir mit neuer Motivation unser nächstes Projekt an, bei dem wir hoffentlich etwas mehr Glück mit dem Wetter haben werden. Die ersten Pläne, 2028 nochmal zusammenzukommen, um dieses Ereignis doch noch gemeinsam zu erleben, wurden übrigens schon geschmiedet.

Nele Freiberger, Miriam Mosbach

16.11.18: "First Light" unter dem Halbmond

Am 16.11.2018 hat der erste Beobachtungsabend des P-Seminars Astronomie auf dem Lehrerparkplatz des IGG stattgefunden. Die Erwartungen bei dieser spontan geplanten Beobachtung waren noch sehr überschaubar, da die meisten der Gruppe zum ersten Mal versuchten, Mond, Mars und Co. per Fernrohr zu beobachten. Ausgestattet mit einem Spiegel- und einem Linsenteleskop, Stativen und restlichem Equipment ging es zum Lehrerparkplatz. Für das Linsenteleskop war es sogar das "First Light", d.h. die erste Beobachtung unter Sternenlicht. Nach Aufbau und Montage der Fernrohre bot sich den Schülern ein großartiger Anblick des Mondes. Die Astrophotographie-Gruppe des Seminars stand auch gleich in den Startlöchern, um die ersten Bilder zu schießen. Nachdem jeder den Mond erblickt hatte, versuchten wir den Mars anzuvisieren. Dies klappte zwar, aber nur für kurze Zeit, weil die Sichtverhältnisse sich verschlechterten, sodass bald sogar der Mond nicht mehr zu erkennen war. Trotzdem waren alle zufrieden, dass der erste Versuch auf Anhieb so gut funktioniert hat. Nachdem das Equipment wieder verstaut war, wärmten wir uns die teilweise eingefrorenen Finger in der Mensa auf. Dort gab es dann noch Snacks und wir diskutierten schon über neue mögliche Ziele, die wir beim nächsten Mal anpeilen werden.

Paul Fornoff, Chiara Ginder, Pauline Weidmann