Italienisch

Schüleraustausch

Verona 2019

Seit dem Schuljahr 1999/2000 wird am Ignaz-Günther-Gymnasium Italienisch als spätbeginnende Fremdsprache angeboten. Erfreulich ist, dass es bereits seit dem Schuljahr 2000/2001 auch einen dazu passenden deutsch-italienischen Austausch gibt. Unsere italienische Partnerschule ist das Liceo „Girolamo Fracastoro“ in Verona.
Durch diesen Austausch, der einen einwöchigen Aufenthalt in Verona und einen einwöchigen Gegenbesuch in Rosenheim vorsieht, haben unsere Italienisch lernenden Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, vor Ort ihre Kenntnisse in der neuen Fremdsprache anzuwenden und zu erweitern und darüber hinaus Landeskunde hautnah erleben zu können. Der Austausch findet in der zehnten Jahrgangstufe statt, und obwohl unsere Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt erst seit einem halben Jahr Italienisch lernen, klappt die Verständigung immer völlig problemlos und unkompliziert. Dabei wird dem europäischen Gedanken nicht zuletzt dadurch Rechnung getragen, dass eine bunte Mischung aus Deutsch, Italienisch, Englisch und teilweise auch Französisch eventuell auftretende Verständigungslücken schließt.

Venedig 2019

Non scholae, sed vitae discimus! Dieser lateinische Leitspruch wird, obwohl die Schülerinnen und Schülern Latein zu diesem Zeitpunkt abgelegt haben, durch die Anwendung des „lebendigen Nachfahren“ Italienisch in die Tat umgesetzt. Das Land, dessen Bevölkerung, Sprache und Kultur werden nicht nur über Texte aus Schulbüchern präsentiert, sondern „live“ erlebt und so erweitert der Austausch (und der bei etlichen Austauschpartnern noch lange anhaltende Kontakt) nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten, sondern bereichert die Schülerinnen und Schüler auf vielseitige Weise auch persönlich.
Neben Unterrichtsbesuchen in der Partnerschule stehen Stadtbesichtigungen, Museumsbesuche sowie Ausflüge auf dem Programm, wodurch die Schülerinnen und Schüler Verona und die nähere Umgebung, den Gardasee, Mantua, Vicenza und natürlich auch Venedig kennen lernen. Durch die Unterbringung in den Familien haben die Jugendlichen Gelegenheit, den ganz normalen Alltag ihrer Partner mitzuerleben und mehr über das italienische Familienleben zu erfahren. Für viele ist dies eine völlig neue Erfahrung, auch wenn sie schon oft in Italien waren – als Tourist erlebt man ein fremdes Land eben anders als in einer Familie.

Italienaustausch 2019: Viva lo scambio!

In Verona

Auch wenn es in diesem Schuljahr in unserer Partnerschule weitreichende Veränderungen aufgrund der Pensionierung unserer langjährigen italienischen Kollegin Angela Cavuoto und des Direktors Tiziano Albrigi gab, konnten wir unseren Italienaustausch mit dem „Liceo Girolamo Fracastoro“ in Verona nahtlos fortsetzen. Die Deutschlehrerin Rosetta Sorleto ist mit Freude in die Fußstapfen von Frau Cavouto getreten und hat mit ihrer Klasse 2 BL unsere Partnergruppe gestellt.

Und so machte sich am 23. März 2019 zum 19. Mal eine Schülergruppe des IGG auf nach Italien, um Land und Leute mal wirklich hautnah zu erleben – nicht als Touristen, sondern als Teil einer italienischen Familie.

Unsere 28 Schülerinnen und Schüler reisten in Begleitung von Frau Schwarzbauer und Herrn Engl nach Verona, wo sie wie immer sehr herzlich aufgenommen und rundum umsorgt wurden. Das Einzige, was uns im Laufe der Woche fehlte war ausreichend Schlaf. Im Gegensatz zum letztjährigen Aufenthalt in Bella Italia, bei dem uns Eis und Schnee sogar einen Tag schulfrei beschert hatten, waren wir diesmal von der Sonne verwöhnt und konnten unsere zahlreichen Ausflüge und Besichtigungstouren ausgiebig genießen.

Am Gardasee

In Verona selbst gehen einem die Sehenswürdigkeiten nie aus und zumindest den allerwichtigsten konnten wir einen Besuch abstatten (s. Fotostrecke!). Dabei mussten wir allerdings zahlreiche Treppen erklimmen – sei es zum Aussichtspunkt am Castel San Pietro, zum obersten Rand der Arena oder zur Turmspitze des Torre dei Lamberti. Unser großer gemeinsamer Ausflug führte uns heuer zum Gardasee (s. Fotostrecke!), wo wir zunächst in Sirmione in den Grotten des Catull auf den Spuren der Vergangenheit wandelten. Ein wirklich herrliches Areal beschattet von alten Olivenbäumen, mit Blick quer über den Gardasee zu den gegenüberliegenden Berggipfeln und zum Verweilen einladenden Wiesen. Entspannt zwischen römischen Ruinen und mediterraner Flora sitzend lauschten wir den Erläuterungen der geschichtlichen Hintergründe, die uns unser Experte Herr Engl auf Italienisch darbot. Nach einer entspannten Mittagspause in Garda erwanderten wir den Lago entlang seiner Küste von Garda nach Bardolino und spätestens an diesem Abend sah man so manchem das tolle Wetter sichtlich an. Sonnencreme sollte man auch in Norditalien, selbst im März nicht vergessen.

Verona

Lago di Garda

In Venedig

Während unsere italienischen Partnerinnen und Partner am Donnerstag wieder zum regulären Unterricht mussten, durften wir nach Venedig fahren und diese wundervolle Stadt noch relativ verschont von den großen Touristenströmen erkunden (s. Fotostrecke!). Das taten wir zu Land (durch enge Gässchen und über unzählige Brücken), zu Wasser (mit dem Vaporetto auf dem Canal Grande) und zu Luft (von der Terrazza del Fondaco dei Tedeschi). Gerade in dieser wundervollen Lagunenstadt wurden uns die Vorteile der modernen Technik bewusst: wie schön ist es doch keine Angst haben zu müssen, dass einem der Film ausgeht, und wie gut, dass Digitalkameras und Smartphones eine schier unendliche Speicherkapazität haben. Man kann sich an den Palazzi einfach nicht sattsehen und überall gibt es entzückende Details, die es festzuhalten gilt, v.a. natürlich beim herrlichen 360°-Rundum-Blick von oben. Leider ist dieser Aussichtspunkt so heiß begehrt, dass man lediglich eine Viertelstunde verweilen darf.

Letztlich verging die Woche in Italien viel zu schnell und bei der Verabschiedung am Bahnhof flossen die Tränen in Strömen. Wie sehr man sich in so kurzer Zeit doch ans Herz wachsen kann.

Venedig

Veroneser in Rosenheim 2019

Ende Mai war es dann endlich soweit: Unsere italienischen Freunde besuchten uns in Rosenheim. Die Wiedersehensfreude war genauso groß wie das Gewusel am Bahnhof bevor alle in verschiedene Richtungen ins Familienwochenende enteilten.

Neben Unterrichtsbesuchen und der Erkundung unserer Heimatstadt standen natürlich auch größere Ausflüge auf dem Programm. So ließen sich die italienischen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften von Herrn Schmidbauer auf eine wundervolle kunsthistorische Führung durch München entführen. Bei unserem gemeinsamen Ausflug verschlug es uns in unser nicht minder reizvolles Nachbarland. Leider konnten wir die Schönheit Salzburgs heuer aufgrund von starkem Regen nicht wirklich bewundern. Zum Trost frönten wir der Kaffeehauskultur um so mehr und hatten trotzdem unseren Spaß. Nachmittags schlugen wir dem Wetter ein Schnippchen und gingen unter die Erde, bzw. in den Stollen. Das Salzbergwerk Berchtesgaden war ein nicht nur informatives, sondern auch höchst amüsantes Highlight, das mit dem Anlegen der Bergarbeiterkluft anfing und sich über das Fahren mit der Grubenbahn, das Rutschen und die Floßfahrt über den Spiegelsee erstreckte.

Auch wenn wir leider aufgrund des Wetters nicht alle unsere Pläne hier in Bayern umsetzen konnten und auch wenn es bei einigen Pärchen nicht immer rund lief, so war es eine bereichernde Erfahrung mit vielen tollen Erlebnissen für alle Beteiligten. Und mal wieder eine herausragende Motivation für das Erlernen der italienischen Sprache, die man im Unterricht allein eher schwer erreichen kann. Erfreulicherweise sind einige Pärchen schon mit der Planung weiterer gegenseitiger Besuche zu Gange und auch wir Lehrkräfte sind natürlich schon mit der Organisation des Austausches für das nächste Schuljahr beschäftigt.