Italienisch

Schüleraustausch

20-jähriges Jubiläum unseres Italienaustausches

Wenn die Engel des Ignaz Günther reisen ... Seit zwei Jahrzehnten fahren unsere Italienisch lernenden Schülerinnen und Schüler nach Verona und heißen im Gegenzug ihre Austauschpartnerinnen und -partner in unserer oberbayerischen Heimat willkommen. Das Liceo Fracastoro scheint uns schon Teil unseres Ignaz geworden zu sein, und auch für uns Italienischlehrkräfte ist es ein alljährliches "Familientreffen". So eine lange Tradition bereitet nicht nur Freude, sondern verpflichtet auch. Schließlich sind die Teilnehmer am Austausch nicht nur als Privatpersonen unterwegs, sondern repräsentieren auch unsere Schule im Ausland. Aber da können wir uns auf unsere Ignazlerinnen und Ignazler verlassen, denn auch heuer war das Feedback der italienischen Familien rundum positiv. Und genau das ist ja unser Ziel: Der Austausch soll nicht nur für unsere Schülerinnen und Schüler eine bereichernde Erfahrung sein, sondern auch unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie, und eventuell sogar die Basis für eine langjährige Freundschaft.

Dieses Jahr fuhren 23 Schülerinnen und Schüler des IGG in Begleitung von Frau Schwarzbauer und Herrn Anetzberger schon recht früh, nämlich am 1. Februar gen Süden, um eine Woche lang in "ihrer" italienischen Familie Land und Leute kennen zu lernen. Trotz des frühen Aufenthalts im Belpaese waren wir von der Sonne verwöhnt und konnten daher unsere zahlreichen Ausflüge und Besichtigungstouren ausgiebig genießen. Im Nachhinein sollte sich der zeitige Termin sogar als richtiger Glücksfall herausstellen.

In Verona selbst gibt es unzählige Sehenswürdigkeiten zu entdecken, und so waren wir selbstverständlich im Teatro Romano, an der Piazza Erbe und beim Castelvecchio. Wir erklommen die Treppen in der Arena, blickten vom Ponte Pietra auf die Etsch und vom Castel San Pietro auf die Altstadt herab, übrigens eine herrliche Aussicht, die allemal die Mühen des Aufstiegs wert ist. Natürlich statteten wir auch der Casa di Giulietta einen Besuch ab, denn in Shakespeares Sinne darf in der Stadt von Romeo und Julia ein wenig Romantik nicht fehlen.

Bei unserem traditionellen Ausflug nach Venedig erstand die Lagunenstadt phönixartig aus morgendlichen, kühlen und grauen Nebelschwaden und präsentierte sich uns gegen Mittag in strahlendstem Sonnenschein. Leider mussten unsere italienischen PartnerInnen an diesem Tag die Schulbank drücken und konnten diesen wunderschönen Tag nicht mit uns teilen. Neben Vaporetto-Fahrt und dem Erkunden der Brücken und Gässchen konnten wir die beeindruckenden Säle des Palazzo Ducale besichtigen, wo in der Sala del Maggior Consiglio so manches Pärchen ein Tänzchen wagte. Und schließlich empfanden wir noch den kalten Schauer nach, der vor Jahrhunderten die Verurteilten beim Überqueren des Ponte dei Sospiri auf ihrem Gang zu den berüchtigten Gefängnissen überkommen haben musste. Wir konnten zum Glück kurz darauf wieder in die Freiheit zurückkehren und die wärmenden Sonnenstrahlen genießen.

Auch die Arbeit kam in dieser Woche nicht zu kurz, und passend zum aktuellen Weltgeschehen stand unser gemeinsames Sprachenprojekt heuer unter dem Motto "Umweltschutz – Mülltrennung und Müllvermeidung". Für Diskussionen zu diesem Thema sind die TeilnehmerInnen nun auch in der jeweiligen Fremdsprache bestens gewappnet. Neben dem Erlernen neuer Begriffe waren hier natürlich gegenseitige Unterstützung, Kreativität und länderübergreifende Teamarbeit gefragt.

Am Donnerstag durften wir dann endlich den heiß ersehnten Ausflug mit unseren italienischen Austauschpartnerinnen und -partnern machen, aber erst nachdem unser Bus sehr gründlich von der Polizei untersucht und für verkehrssicher befunden wurde. Dann ging es nach Sirmione an den Gardasee. Dort führte unser Weg durch einen malerischen Olivenhain mit Blick über den See und auf den schneebedeckten Gipfel des Monte Baldo direkt in die römische Vergangenheit zu den Grotten des Catull. Für die zum historischen Hintergrund passende Atmosphäre sorgten die italienischen Schülerinnen und Schüler, die vor Ort inmitten der Ruinen Catulls Verse auf Latein, sowie in eigener italienischer, deutscher und englischer Version vortrugen. Untermalt vom wunderbaren Wetter, den beeindrucken Gebäuderesten und dem herrlichen Ausblick fiel es uns nicht schwer, die entspannende Atmosphäre dieser römischen "Bäder- und Wellnessanlage" nachzuempfinden, und nur allzu gerne wären wir länger dort geblieben.

Nach der Mittagspause gab es dann einen Abstecher in die Zeit der Scaligeri, wobei wir bei der Besichtigung der von ihnen erbauten Burg den Blick hoch oben von der Mauer auf Sirmione, den See und die Berge auf uns wirken und uns dabei auch nicht von den recht frechen Möwen stören ließen.

Beim gemeinsamen Pizzaessen mit allen am Austausch beteiligten Familien am Freitagabend kam dann schon etwas Wehmut auf, denn die Austauschwoche in Italien war natürlich viel zu schnell vergangen und die freundschaftlichen Bande inzwischen sehr eng. Und so barsten bei der Abfahrt am nächsten Tag dann so einige Tränendämme. Viele wünschten sich jetzt, sie hätten ihre Austauschpartnerinnen und -partner heimlich in den Koffer geschmuggelt und mitgenommen, denn leider werden wir uns bezüglich des Gegenbesuchs in Geduld üben müssen. Aufgrund der vermehrten Coronainfektionen in Italien sind vorerst alle Auslandsfahrten ausgesetzt worden. Nun halten die Partnerinnen und Partner auf digitalem Wege Kontakt und hoffen, sich bald wieder auch persönlich in die Arme schließen zu können.

Vi pensiamo e vi aspettiamo! A presto, care amiche e cari amici!

Helena Schwarzbauer

Italienaustausch: Allgemeines

Italienaustausch 2020

Seit dem Schuljahr 1999/2000 wird am Ignaz-Günther-Gymnasium Italienisch als spätbeginnende Fremdsprache angeboten. Erfreulich ist, dass es bereits seit dem Schuljahr 2000/2001 auch einen dazu passenden deutsch-italienischen Austausch gibt. Unsere italienische Partnerschule ist das Liceo „Girolamo Fracastoro“ in Verona.
Durch diesen Austausch, der einen einwöchigen Aufenthalt in Verona und einen einwöchigen Gegenbesuch in Rosenheim vorsieht, haben unsere Italienisch lernenden Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, vor Ort ihre Kenntnisse in der neuen Fremdsprache anzuwenden und zu erweitern und darüber hinaus Landeskunde hautnah erleben zu können. Der Austausch findet in der zehnten Jahrgangstufe statt, und obwohl unsere Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt erst seit einem halben Jahr Italienisch lernen, klappt die Verständigung immer völlig problemlos und unkompliziert. Dabei wird dem europäischen Gedanken nicht zuletzt dadurch Rechnung getragen, dass eine bunte Mischung aus Deutsch, Italienisch, Englisch und teilweise auch Französisch eventuell auftretende Verständigungslücken schließt.

Non scholae, sed vitae discimus! Dieser lateinische Leitspruch wird, obwohl die Schülerinnen und Schülern Latein zu diesem Zeitpunkt abgelegt haben, durch die Anwendung des „lebendigen Nachfahren“ Italienisch in die Tat umgesetzt. Das Land, dessen Bevölkerung, Sprache und Kultur werden nicht nur über Texte aus Schulbüchern präsentiert, sondern „live“ erlebt und so erweitert der Austausch (und der bei etlichen Austauschpartnern noch lange anhaltende Kontakt) nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten, sondern bereichert die Schülerinnen und Schüler auf vielseitige Weise auch persönlich.
Neben Unterrichtsbesuchen in der Partnerschule stehen Stadtbesichtigungen, Museumsbesuche sowie Ausflüge auf dem Programm, wodurch die Schülerinnen und Schüler Verona und die nähere Umgebung, den Gardasee, Mantua, Vicenza und natürlich auch Venedig kennen lernen. Durch die Unterbringung in den Familien haben die Jugendlichen Gelegenheit, den ganz normalen Alltag ihrer Partner mitzuerleben und mehr über das italienische Familienleben zu erfahren. Für viele ist dies eine völlig neue Erfahrung, auch wenn sie schon oft in Italien waren – als Tourist erlebt man ein fremdes Land eben anders als in einer Familie.