Religion und Ethik

Unsere Fahrten

Die "Geistliche Fahrt"

Etwas ganz Besonderes am IGG!

Zweimal im Schuljahr, nämlich im Herbst und im frühen Sommer, lädt Herr Friedel zur sogenannten „Geistlichen Fahrt“ ein. Eltern, Schüler und Lehrer brechen unter der Leitung von Pfarrer Holzner miteinander auf, um einen Nachmittag lang besondere christliche Stätten im näheren und weiteren Umkreis zu besuchen. Bei einer Führung durch die Kirche oder das Kloster tauchen die Teilnehmer in die ganz besondere Atmosphäre dieses Ortes ein. Wie freilich seit jeher zur Kirche das Wirtshaus gehört, gehört auch zu unserer „Geistlichen Fahrt“ die Sorge für das leibliche Wohl!

Taizé

Jedes Jahr brechen Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe zusammen mit anderen Schulen Rosenheims in das kleine Dorf Taizé in Frankreich auf. Dorthin pilgern das gesamte Jahr über Jugendliche aus aller Welt, um die ökumenische Gemeinschaft der dortigen Brüder kennenzulernen und sich mit anderen Jugendlichen über den Glauben auszutauschen. Darüber, was künftige Taizé-Fahrer dort erwartet und was vor Ort notwendig ist, informiert der Flyer Angebote in Taizé [1.417 KB] , den Schüler in einem Projekt-Seminar zusammengestellt haben. Am folgenden Erfahrungsbericht zweier Schülerinnen lässt sich ablesen, wie ein typischer Tag in Taizé aussieht.

EIN TYPISCHER TAG IN TAIZÉ: Erfahrungsbericht von Victoria Groothold und Sara Hild (2016)

Der Tag in Taizé beginnt mit dem Morgengebet, bei dem – wie auch beim Mittags- und Abendgebet – hauptsächlich gesungen wird. Anschließend stellen sich alle an der Essensausgabe an, um ihr Frühstück zu bekommen, welches aus Semmeln mit Butter und Schokolade besteht (daran könnte man sich übrigens auf jeden Fall gewöhnen).

Um ca. 10 Uhr trifft man sich zur Bibeleinführung, bei der zunächst ein Bibeltext vorgestellt wird, über den dann in Kleingruppen geredet wird. Die Gruppen sind bunt gemischt: Bei uns gab es Iren, Schweden, Engländer, Franzosen und auch ziemlich viele Deutsche. Die Verständigung auf Englisch hat gut geklappt und bei den Gruppenspielen waren sowieso keine Worte nötig.

Nach dem Mittagessen wird der Nachmittag von Tag zu Tag unterschiedlich gestaltet, mal hat man gemeinschaftliche Dienste zu erledigen, mal hat man Gruppenprogramm. Außerdem gibt es die Möglichkeit, freiwillig Workshops zu besuchen. An einem Tag hatten wir beispielsweise eine Gesprächsrunde mit einem der Brüder, bei der wir erfahren haben, dass das Leben in Taizé gar nicht so streng ist, wie viele vielleicht vermuten. Um genau zu sein, beschrieb der Bruder den Tagesablauf folgendermaßen: „Wenn wir nicht beten, chillen wir.“ Auch wenn das natürlich nur Spaß war, hatten wir tatsächlich viel Freizeit. Diese konnte man nutzen, um zu dem nahegelegenen Fluss oder der Quelle St. Etienne zu gehen oder einfach auf der Picknickdecke zu liegen und Zeit mit seinen Freunden zu verbringen.

Nach dem Abendessen findet um 20.30 Uhr der Abendgottesdienst statt. Da in Taizé jeder Freitag als Karfreitag gilt, wird natürlich auch jeden Samstag Ostern gefeiert. Das ist immer etwas Besonderes, da jeder eine Kerze bekommt, die im Laufe des Gottesdienstes angezündet wird. Das sorgt für eine tolle Stimmung und sieht wirklich schön aus.

Den Rest des Abends verbrachten wir immer am Oyak, einem großen Platz, an dem es Getränke, Snacks und vor allem viele nette und offene Leute gibt. Das war eines der vielen tollen Dinge in Taizé: Man kann supereinfach neue Leute auch aus anderen Ländern kennenlernen. Am Oyak kann man sowohl Spiele spielen oder singen als auch sich einfach unterhalten. So konnten wir den Abend toll ausklingen lassen, bevor es ab in die Zelte und auf zu einem neuen schönen Tag in Taizé ging.

Glaubenstage in Maria Eck

Ein spezielles Angebot für Schüler*innen der Q11 mit dem Prädikat „sehr wertvoll und unbedingt empfehlenswert“ (s. unten!) sind die sogenannten Glaubenstage in Maria Eck bei Traunstein. Was es damit auf sich hat, möge aus den folgenden Erfahrungsberichten einzelner Schülerinnen und Schüler hervorgehen.

Joséphine Schneider (2019): Am Mittwochnachmittag machten wir uns auf den Weg. Noch nichts ahnend. Neun Schüler und Herr Rütz. Unser Ziel? Die Wallfahrtskirche Maria Eck. Wir stiegen also in den Zug nach Traunstein und dann nach Eisenärzt um, von wo aus wir noch eine knappe Dreiviertelstunde bis nach Maria Eck zu Fuß liefen. Bereits bei dieser kleinen Wanderung kamen wir alle auf andere Gedanken, vor allem, weil die meisten ihre Handys daheim gelassen oder ausgeschaltet hatten. In Maria Eck holten wir uns unser Gepäck von Frau Engl und bezogen unsere Zimmer. Vor dem Abendessen bekundeten wir gemeinsam unsere Dankbarkeit dafür, wie gut es uns geht. Danach setzten wir uns alle gemeinsam in den Meditationsraum und genossen einige Momente der Stille, die nur von einem gelegentlichen Gong unterbrochen wurden. Diskussionen über Gott und die Welt brachen aus und schon waren wir alle ein Stück enger zusammengewachsen.

Auch am nächsten Tag lag ein besonderes Augenmerk darauf, seine innere Ruhe und auch sich selbst wiederzufinden. In teils sehr emotionalen Einzelgesprächen mit dem Franziskanerbruder Christian konnte man über seine Sorgen und Ängste sprechen oder einfach nur mit ihm über Gott und die Welt diskutieren. Einige gingen am Nachmittag noch auf den Berg, versanken jedoch sehr schnell sehr tief im Schnee und kehrten wieder um, bevor es zu dunkel wurde. Am Abend setzten wir uns alle gemeinsam in den Gemeinschaftsraum und kreierten mit allen Acryl-Farben, die Frau Engl mitgebracht hatte, einige der abstraktesten Kunstwerke, die Maria Eck je gesehen hatte oder sehen wird. Zufrieden mit unseren Meisterwerken – und ein bisschen bunter Farbe in den Gesichtern – gingen wir in den Meditationsraum. Ich konnte an diesem Abend einiges bewusster wahrnehmen. Jeder kleine Moment konnte ein Geschenk sein, jedes Lachen oder Grinsen hatte die Fähigkeit, die Stimmung im ganzen Raum zu heben. Das Leben außerhalb dieses Raums schien fast unwirklich, nein, unwichtig. Ganz weit weg. Für den Moment waren wir alle mit unseren Gedanken im Hier und Jetzt. Wir waren alle im Moment gefangen. Und seien wir mal ehrlich: Diese Momente sind doch die, an die man sich am besten erinnert, denn sie geben Hoffnung.

Theresa Ebner (2018): Wer bin ich wirklich? Was erfüllt mich und macht mich glücklich? Acht Schülerinnen und Schüler der Q11 waren vom 30. Januar bis 2. Februar in Begleitung von Frau Engl im nostalgischen Kloster Maria-Eck bei Traunstein. Dort haben wir uns angeleitet von Bruder Christian mit diesen Fragen beschäftigt. Die Zimmer, die ein bisschen an Hogwarts von Harry Potter erinnerten, waren sehr gemütlich und die Gespräche interessant und zum Nachdenken anregend. In allem eine tolle Fahrt, an die wir uns alle noch lange erinnern werden.

Mirjam Prell (2017): Dieses Jahr hatten wieder einige Schüler der Q11 die Möglichkeit innerhalb von drei Tagen dem eigenen Glauben noch einmal ein bisschen näher zu kommen. So machte sich eine kleine Gruppe erneut auf zum Franziskaner Kloster nach Maria Eck. Dort angekommen durften wir schnell die Gastfreundschaft der Mönche um Bruder Christian erleben, der uns durch die Glaubenstage hindurch ständig begleitete. Indem er uns durch viele, teils auch persönliche Geschichten einiges über die kleinen, entscheidenden Fügungen im Leben erzählte, brachte er uns dabei auch einiges über die Entstehung einzelner Teile des Klosters näher. Damit zeigte er uns, dass jeder davon eine ganz eigene Geschichte hatte, wie zum Beispiel die kleine Waldkapelle, zu der wir an einem Nachmittag zusammen gewandert sind. Die gemeinsame Zeit in Maria Eck war durch viele Meditationen und Gespräche über Geschichten, die uns von Bruder Christian, Frau Engl und Herrn Rütz erzählt wurden, sehr entspannt. Durch die guten und offenen Gespräche mit Bruder Christian, den Lehrern und auch den anderen Schülern, konnte jeder von uns für sich ganz persönlich etwas Schönes von diesen Glaubenstagen mitnehmen und innerhalb der kurzen aber intensiven Zeit etwas für sich selbst und auch über den eigenen Glauben lernen. Wir haben unseren gemeinsamen Aufenthalt alle sehr genossen und sind froh, dass wir wieder die Möglichkeit bekommen haben dort sein zu dürfen. Denn die Tage dort im Kloster sind unbedingt weiter zu empfehlen!

Peter Rottmayr (2015): Wegen verschiedener Terminüberschneidungen machte sich heuer nur eine kleine Gruppe zu den Glaubenstagen nach Maria Eck auf. Wir diskutierten religiöse und philosophische Themen mit Frau Engl und Bruder Christian, einem Franziskaner, der uns in diesen Tagen sehr intensiv begleitete. Wir beschäftigten uns mit unserem eigenen Glaubensweg, unserem Gottesbild und erhielten mit verschiedenen kleinen Übungen einen Einblick in die Meditation. Insgesamt verleihen wir dem Maria-Eck-Aufenthalt das Prädikat „sehr wertvoll und unbedingt empfehlenswert“!