Franz Kafka: Das Talent zum Unglück

Weltliteratur wider Willen
Vortrag von Dr. Alois Prinz zu Franz Kafka für die Q12

Der Mann, der berühmte Werke wie „Das Schloss“, „Der Prozess“ oder „Die Verwandlung“ schrieb, sagte zu seinem Verleger: „Ich werde Ihnen immer viel dankbarer sein für die Rücksendung meiner Manuskripte als für deren Veröffentlichung.“ Seinen Freund Max Brod bat er, nach seinem Tod alle Manuskripte zu verbrennen. Ein seltsamer Wunsch, den Brod ihm glücklicherweise nicht erfüllte und den nur nachvollziehen kann, der Kafkas Leben näher kennt. Dr. Alois Prinz, der seit vielen Jahren sehr erfolgreich Biographien von interessanten Persönlichkeiten des kulturellen, religiösen und politischen Lebens verfasst, führte sehr anschaulich, unterhaltsam und lehrreich den Schülerinnen und Schülern der Q12 das Genie und den Sonderling Kafka vor Augen. Er zeigte ihn im Kreise seiner Familie, seiner Freunde und der Frauen, die er liebte bzw. zu lieben versuchte. Deutlich wurde, dass Kafka einerseits Charme, Humor und Sanftmut, andererseits leider neben seiner außergewöhnlichen Begabung auch das Talent zum Unglück hatte. Auf diese Weise eröffnete Prinz vielen Zuhörern einen anderen Blickwinkel auf Kafka, der einigen auch den Zugang zu seinem Werk erleichtert haben dürfte.

Uwe Kirchschlager