Die Kings's Singers am Ignaz

"Denkt an your favourite Schnitzel!"

Zwei der „King’s Singers“ geben einen Workshop im Ignaz-Günther-Gymnasium

Vor ihrem Konzert im Rosenheimer KUKO haben zwei der weltberühmten „King’s Singers“, der Tenor Julian Gregory und der Bariton Chris Bruerton, mit dem Oberstufenchor des Ignaz-Günther-Gymnasiums einen Gratis-Workshop veranstaltet. Geprobt wurde „When I hear the music“ von Michael G. Martin. Die beiden Sänger lesen die Noten von Tablets ab. Nach einem kurzen Kennenlernen trennen sich die Stimmen: Julian Gregory trainiert die Mädchen, Chris Bruerton die Männer. Julian ist ernst und professionell, Chris ist humorvoll. Julian mahnt, die Mädchen sollten auf den Atem achten und ein bisschen besser sprechen, sollten das Gefühl verstehen, wovon sie singen:“Understand the feeling!“ Und immer wieder: „Shape the word’s Rhythm!“ Den Wortrhythmus und die Satzmelodie sollten sie bewusst formen und auf die wichtigen Wörter hinsteuern. Und was kann man von Musicalsängern lernen: die nie nachlassende Energie! Dazwischen vergisst Julian das Loben nicht: „Great! It makes pleasure! Lovely!“ Und die Mädchenaugen strahlen. Chris erklärt handfester: „Think of my favourite Schnitzel!“ ruft er. Oder an den eigenen Hund. Oder an ein Mädchen. Außerdem sollen die Sänger, bevor sie zu singen beginnen, ein Bild im Kopf haben: „Ihr müsst etwas im Hirn haben, bevor ihr singt!“ Und sie sollen Emphase bringen: „Ich muss es euch glauben, wenn ich euch anschaue!“, mahnt er. Das Lied sei schließlich ein zärtliches Lied: „Denkt an das Schnitzel!“ Als alle wieder zusammenkommen, müssen die jeweiligen Stimmen den anderen berichten, was sie gelernt haben, worauf es ankomme beim Singen. Und schon wird’s lebendiger und überzeugender, als nun alle zusammen das Lied anstimmen. Lange wird dann noch am richtigen Vokalklang des „a“ in „Love“ gearbeitet, dann müssen sich die Reihen umkehren und sich ansingen: „When I hear laughter, I think on you!“ Die Mienen beleben sich und der Gesang wird beweglicher und zärtlicher. Und wieder mahnt

Chris: „Denkt an your favourite Schnitzel!“ Alle lachen und sind entspannt. „Damit ihr es nicht vergesst, schreibt ihr euch `Schnitzel` auf die letzte Seite!“, empfiehlt Chris. Die jugendlichen Sänger werden das gesungene Gefühl nie mehr vergessen. Am Ende dürfen die Weltstars befragt werden. Nach anfänglichem Zögern prasseln die Fragen auf die Sänger nieder: Wo ist Chris her? Aus Neuseeland. „Und da gibt’s wirklich Hobbits!“, schmunzelt er. Tipps für die Gesundheit: viel Wasser trinken, wenig Alkohol und: „Keep calm!“ Wichtig sei die mentale Gesundheit. Was ist wichtig für eine Sängerkarriere: „employable“, also in etwa vielseitig einsetzbar sein, und Glück haben. Wie bekämpfen sie Nervosität vor dem Konzert? Gute Vorbereitung sei wichtig, jedes Konzert sei genauso wichtig wie das andere, außerdem gebe es positive Nervosität, die Energie verleihe. Was haben die Schülerinnen nun davon mitgenommen? Antonia Kuhn (15) und Antonia Gaertner (17) sprudeln geradezu über: „Mir ist bewusst geworden, dass man mehr auf den Text achten sollte“, sagt Antonia, „dass dieser eine große Auswirkung auf das Lied hat.“ Und die andere Antonia ergänzt. „Mir hat gefallen, wie sie uns immer wieder ermuntert haben, auch zu schauspielern und alles auch emotional auszudrücken, auch mit dem Gesicht! Und, dass wir auch wirklich wissen, wovon wir singen.“ Wie haben sie die Stars persönlich erlebt? „Sehr freundlich, lustig, sympathisch und sehr offen“, sagt Antonia, „und sehr bodenständig“, ergänzt die andere Antonia: „Man hat sich gar nicht eingeschüchtert gefühlt.“ Und was sagt der Chorleiter des Oberstufenchores, Studienrat Stefan Unterhuber: „Ich bin froh, dass die King‘s Singers auf einer ähnlichen Schiene fahren, wie ich selbst es machen würde. Bei den Schülern war es ein unglaubliches Interesse, musikalisch, aber auch, was das Persönliche betrifft bei solchen Weltstars.“ Wenn der Oberstufenchor beim Frühjahrskonzert im KUKO auftreten wird, wird man sehen und hören, ob die Sänger und Sängerinnen an ihr „favourite Schnitzel“ denken.
Rainer W. Janka