Interkulturelles Turnier

Artikel im OVB vom 21. Juli 2016

INTERKULTURELLES TURNIER

Die Sprache des Sportes verbindet

Sport verbindet. Diese Erfahrung machten rund 100 Jugendliche beim interkulturellen Fußballturnier auf dem Sportgelände des SV Westerndorf St. Peter. Organisiert wurde der Sporttag von Schülern des Ignaz-Günther-Gym-nasiums (IGG) im Rahmen ihres Projekt-Seminars „Integration durch Sport".

VON KARIN WUNSAM

Rosenheim
- Klaus Jordan, Vorsitzender des SV Westerndorf St. Peter, war von der Idee begeistert. „Beim Sport sprechen alle Menschen die gleiche Sprache", weiß er aus Erfahrung. Darum stellte der Verein sein Sportgelände sogar kostenlos für das interkulturelle Fußballturnier des IGG zu Verfügung.
Für Jordan war diese Veranstaltung sogar eine Talentshow: „Mir sind gute Fußballspieler aufgefallen", erzählte er. Einige der Turnierteilnehmer könnten also schon bald für einen Verein spielen.
Diesen Nebeneffekt planten die Schüler des Ignaz-Günther-Gymnasiums von Anfang an ein. „Wir hoffen, dass bei diesem Turnier Freundschaften entstehen und sich der eine oder andere minderjährige Flüchtling an einen Verein bindet. Das alles trägt zur Integration bei", erklärt Sportlehrer Christoph Pöllinger, der das P-Seminar betreut hat.
Die Vorbereitungen dauerten ein Jahr. Unterstützung gab es von der Kathrein KG und der Sparkassenstiftung. Über den Stadtjugendring und der Jugendhilfe „Startklar Schätzel" kontaktierten die Schüler minderjährige Flüchtlinge.
Nichts wurde dem Zufall überlassen. Schließlich sollte der Sporttag selbst reibungslos über die Bühne gehen. Trotzdem waren die 15 Schüler der Klasse Q11 aufgeregt, als sie am frühen Morgen beim Sportgelände ankamen und auf ihre Gäste warteten. „Wir haben viele Anmeldungen erhalten. Aber ob tatsächlich alle kommen, weiß man halt erst, wenn es wirklich soweit ist", meinte die 17-jährige Sophie von dem Knesebeck.
Tatsächlich konnte dann aber bei jeder einzelnen Anmeldung ein Häkchen gemacht werden. Zehn Teams traten gegeneinander an. Jedes bestand aus drei minderjährigen Flüchtlingen und aus drei Rosenheimer Schülern.

„Fußball kennt man überall auf der Welt"

Das Miteinander klappte von Anfang an sehr gut. „Schon bei der Begrüßung waren alle Flüchtlinge total offen und sehr freundlich. Man merkte ihnen an, wie viel Spaß ihnen diese Veranstaltung macht", erzählt Monika Peter. Die 16-jährige Gymnasiastin zeigte sich auch von der Hilfsbereitschaft der minderjährigen Flüchtlinge beeindruckt: „Sie haben sofort nach ihrem Ankommen gefragt, wo wir noch Hilfe benötigen."
Auf dem Spielfeld gaben dann alle Teilnehmer ihr Bestes. Auch der 18-jährige Ali zeigte ganzen Einsatz. „Ich habe schon in Syrien immer gerne Fußball gespielt und war auch bei einem Verein", erzählte der junge Mann. Seine Mannschaft setzte sich bereits beim ersten Spiel mit zehn zu null Toren gegen die Gegner durch. „Ich glaube, wir gewinnen", zeigt sich Ali danach überzeugt. Gute Siegeschancen rechnete sich auch Yusuf aus. Der 17-jährige Äthiopier hat ebenfalls von klein auf immer schon gerne Fußball gespielt. „Dieser Sport ist mir sehr wichtig", sagt er. Vor dem interkulturellen Fußballturnier war er aber schon einige Wochen nicht mehr zum Spielen gekommen. Darum meinte Yusuf: „So ein Turnier könnte es gerne öfter geben."
Die Gymnasiasten des P-Seminars „Integration durch Sport" lagen also mit ihrer Wahl der Sportart richtig. „Fußball kennt man tatsächlich auf der ganzen Welt", meinte Sportlehrer Christoph Pöllinger. Mit dem Organisationstalent seiner Schüler zeigte er sich sehr zufrieden: „Für diesen Tag gibt es schon mal Bestnoten."