Planspiel Landtag

Das Parlament kam ins Klassenzimmer

Planspiel Landtag im Ignaz-Günther-Gymnasium - Abgeordnete stellten sich Fragen

Rosenheim
- Einmal im Jahr kommt der Bayerische Landtag in das Ignaz-Günther-Gymnasium (IGG): „Der Landtag sind wir!", heißt diese Aktion, in der junge Politologen der Universität München im Auftrag des Landtags in die Schulen gehen, um mit Schülern in einem Rollenspiel Landtag zu spielen.
52 Schüler der elften Klassen hatten sich in einem Klassenzimmer versammelt und wurden eingeteilt in vier Fraktionen, genau entsprechend den jetzigen Verhältnissen im Landtag. Fraktionssprecher gab es ebenso wie einen Parlamentspräsidenten. Dazu agierten vier Schüler als Presseteam, die Artikel verfassten und am Schluss die anwesenden Abgeordneten befragten. Es waren dies Klaus Stöttner (CSU), Günther Koblauch (SPD) und Nikolaus Kraus (Freie Wähler). Claudia Stamm (Grüne) hatte wieder einmal abgesagt.
Die Schüler legten sich eifrig ins Zeug und gingen völlig in ihrer Rolle auf. Beschlossen werden sollte ein fiktives Gesetz zur verstärkten Videoüberwachung mit Vorratsdatenspeicherzeiten.
Gerade darüber redeten sich die jungen „Parlamentarier" heftig die Köpfe heiß. Alle fanden diesen Vormittag spannend. Karim Baouh, der in der „Opposition" saß, bemerkte dazu: „Was mich besonders fasziniert hat, war, zu sehen, wie Gesetze gemacht werden und wie einfach es ist, mit einer Mehrheit, wie sie die CSU hat, Gesetze im Landtag durchzubringen, und wie schwer es für die Opposition ist, ihre Meinung dagegenzustellen."
Geradezu wütend attackierten die „Oppositionellen" die „CSU", weil die ja nur deswegen so abstimme, weil sie die Mehrheit habe und deswegen die Argumente der anderen nicht beachten müsse. Am Ende waren alle fast enttäuscht, als sie aufgefordert wurden, wieder ihre normale Identität anzunehmen.
Die anwesenden Landtagsabgeordneten zeigten sich begeistert von der politischen Aktivität und Aufgewecktheit der IGG-Schüler und beantworteten ausführlich die Fragen, die darauf abzielten, ob es in der „wirklichen" Politik auch so zugehe.
R.W. Janka