Religionen begegnen!

Kochen wir im Ethik- und Religionsunterricht unser eigenes Süppchen? Zum Glück nicht! Denn unsere globalisierte Welt und die damit verbundene kulturelle Vielfalt unserer offenen Gesellschaft legen es nahe, auch ›andere‹ Religionen und Weltanschauungen kennenzulernen. Was liegt dabei näher, als miteinander ins Gespräch zu kommen? Interreligiöser Dialog ist wohl der erste Weg zu echtem Verständnis und jedenfalls der beste zu einer friedvollen Zukunft. Soweit die Theorie.

Nun zur Praxis: Der Lehrplan der siebten Jahrgangsstufe sieht die Beschäftigung mit dem Islam vor und im Lehrplan der neunten Jahrgangsstufe kommt dem Judentum – auch im Fach Geschichte – eine bedeutende Stellung zu. Für uns der perfekte Anlass, diesen Religionen im Rahmen einer Exkursion zu begegnen. Interessant ist dabei immer wieder festzustellen, wie groß die Gemeinsamkeiten sind. Immerhin haben Juden, Christen und Muslime in Abraham dieselben Wurzeln.

Moscheebesuch 2017/18

Inzwischen kann man schon von einer kleinen Tradition sprechen: Zum dritten Mal in Folge besuchten Klassen der siebten Jahrgangsstufe die DITIB-Gemeinde im Aicherpark und durften einen Blick in das Innere der Moschee werfen. Yasin Fidan, Sohn des dortigen Gemeindeleiters, übernahm auch in diesem Jahr wieder die Führung und erklärte auf gewohnt informative und erfrischende Weise ›Basics‹ zum Islam: Wie oft betet ein gläubiger Muslim am Tag? Was hat es mit dem Würfel in Mekka auf sich? Warum tragen muslimische Frauen ein Kopftuch? Wie halten es Muslime aus, im Fastenmonat Ramadan den ganzen Tag über nichts zu essen und zu trinken?
Um etliche Eindrücke reicher hatten wir anschließend bei türkischem Tee und Gebäck die Gelegenheit, unseren interreligiösen Dialog fortzusetzen. Vielleicht sind wir an diesem Tag ja einem Ziel des Religions- und Ethikunterrichts näher gekommen, nämlich über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und neben der ›eigenen‹ auch die ›anderen‹ Religionen kennenzulernen und in ihrer Andersartigkeit wertzuschätzen.

Besuch der Salzburger Synagoge 2016/17

Wer kann schon von sich behaupten, jemals einem so quicklebendigen und hochbetagten Mann von 103 Lebensjahren begegnet zu sein? Klasse 9b kann es. Seit ihrem Besuch der Salzburger Synagoge am 26. Januar 2017. Marko Feingold, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, ist – das war unser Eindruck – Geschichte in Person. Und so überraschte es nicht, dass bei unserem Besuch gar nicht so sehr die Synagoge im Vordergrund stand, sondern sein Leben und seine Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus. Herr Feingold überlebte vier Konzentrationslager und sprüht (dennoch?) vor Lebensmut, Optimismus und Humor. Auch dies ist uns im Gedächtnis geblieben: Eindrücklich warnte Marko Feingold vor den Gefahren der Diktatur. Es gebe nichts Besseres als die Demokratie, sagte er.