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Singer pur

Singen mit den Sängerprofis
IGG-Mittelstufenchor zusammen mit „Singer Pur“ in einem Konzert

Intensiv hatte der Mittelstufenchor des Ignaz-Günther-Gymnasiums in einem Workshop gearbeitet mit den Sänger-Profis, nämlich mit dem vielfach preisgekrönten Gesangs-Ensemble „Singer Pur“. In einem Konzert in der vollbesetzten Rosenheimer Christkönig-Kirche durften sie ihr Können zeigen und hören lassen. Zunächst unter der Leitung ihres Dirigenten OStR Wolfgang Gahabka in einem Chor mit Fingerschnippen und dem Song „Bad Day“ von Daniel Powter. Dann sangen sie zusammen mit „Singer Pur“ klangüppig, volltönend und harmoniereich das schöne Volkslied „Im schönsten Wiesengrunde“ und vor allem poesievoll und wirklich mit Goldglanz den Song „Fields of Gold“ von Sting.
Den Rest des Konzerts gestaltete „Singer Pur“ selbst. Der Beginn war beeindruckend: Die fünf Männerstimmen verteilten sich im Chorraum und bildeten den ostinaten oktavierten Grundton, während die einzige Sopranstimme von hinten durch die Kirche schritt und die Melismen der Hymne „O pastor animarum“ von Hildegard von Bingen darüber schweben ließ. Rein und klar entfalteten sich darauf die polyphonen Klänge der Motette „Pulchra es Maria“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina im riesig-halligen Kirchenschiff.
Wie Palestrina in die Hochromantik übersetzt wirkten zwei Motetten von Joseph Gabriel Rheinberger, aufs feinste austariert waren die expressive Harmonik und die sich reibenden, sich windenden und sich verschlingenden und sich auflösenden Akkorde in „Traumlicht“ von Richard Strauss mit der weitausschweifenden Melodik.
Für das jugendliche Publikum etwas schwer waren „Darthulas Grabgesang“ und „Mit Lust tät ich ausreiten“ von Johannes Brahms. Den Rest des Programms bildete eine Mischung aus Volksliedern in modernen Sätzen und Pop-Musik. Und gerade da konnte man die Vorzüge von „Singer Pur“ bewundern: reinste Intonation, geradezu kristallklare Akkorde etwa in „Crystal silence“ von Chick Corea, schwebende Leichtigkeit wie in dem Volkslied „Der Mai ist gekommen“ und humorvolle Chor-Perfektion im Volkslied „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“. Die Mischung von fünf Männerstimmen mit einem Sopran ist überaus apart, wobei der leicht anspringende, sehr angenehm timbrierte und mühelos sich aufschwingende Sopran von Claudia Reinhard immer ein wenig dominiert. Insgesamt aber konnte man sich geradezu baden in den sauberen und reinen Klängen dieses Gesangs-Sextetts.
Nach langem begeistertem Beifall ließ „Singer Pur“ sich noch zwei Zugaben abringen, eine alleine und eine mit dem IGG-Mittelstufenchor, der am Schluss vor Stolz glühte, mit so berühmten „Kollegen“ singen zu dürfen.

Text und Fotos: Rainer W. Janka