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Frühjahrskonzerte 16

Leuchtende Flaschen, Regenbogen und ein Sozialpreis
Frühjahrskonzerte des Ignaz-Günther-Gymnasiums

Als „das Beste, was uns passieren kann, wenn 500 junge Menschen für zweimal 1500 Menschen singen und spielen“, bezeichnete OStD Dieter Friedel die beiden Frühjahrskonzerte seines Ignaz-Günther-Gymnasiums im jedes Mal ausverkauften Rosenheimer KUKO. Und es sei das Beste, worauf sich das IGG schon monatelang vorher freue.
Zur Freude war genug Anlass bei dem vollgepackten und an jedem Abend anderen Programm. Und Das Beste, was junge Musiker leisten können, war es allemal. Beschlossen wurden die Konzerte jeweils von der von OStR Wolfgang Gahabka geleiteten Bigband, die mit lässiger Präzision und exakten Chorussen glänzte, groovigen Swing und mitreißenden Jazzrock präsentierte und in „The Chicken“ von Alfred James Ellis die jungen Solisten gut in Szene setzte. Ein besonderes Glanzlicht dabei waren die Auftritte der Sängerinnen: einmal Johanna Ferlic (Q12) alleine mit „Feeling Good“ und dann zusammen mit Lisa Tremmel (Q12) und Lucia Glockner (10d) in „All about that bass“: Die Pop-Performance war perfekt, die bebend-vibrierenden Stimmen rissen die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin.
Drei kleinere Ensembles stellten sich vor: Zum ersten Mal die zehnköpfige Cello-Gruppe, die unter tatkräftiger Leitung von Instrumentallehrer Daniel Kneer mit energisch breitem Strich den „Guggn-Sepp“ einen Landler tanzen ließ, zum wiederholten Mal die „Rosenheimer Zauberflöten“ unter der Leitung von Instrumentallehrerin Christiane Kneer, die in wiegendem Rhythmen viele Tonfarben malten in einem Stück mit dem Titel „Nuancen“ von Anne McGinty, und schließlich die vor Energie platzende Percussion-Gruppe unter der Leitung von StD Stephan Robens, die nicht nur auf vielen verschiedenen Trommeln trommelten, sondern zur Überraschung aller plötzlich neonfarbene Wasserflaschen im Schwarzlicht rhythmisch leuchten ließen.
Einer riesigen musikalischen Heerschau ähnelnd füllten immer wieder Chöre die Bühne: StR Stefan Unterhuber erzählte mit seinem wohlartikulierenden und munter-frisch singenden Unterstufenchor die Geschichte von „Käpt’n Noahs schwimmendem Zoo“, dazu spielten einzelne Schüler die gesungenen Szenen pantomimisch nach (Einstudierung: OStRin Ulrike Eichberger): Gott trat da auf auf und schüttelte den Kopf über die sündigen Erdenbewohner, Noah ließ mehrere Tauben fliegen und am Ende ließ Gott einen wunderschönen Seifenblasen-Regenbogen erstrahlen. Der von OStR Gahabka dirigierte mädchendominierte Mittelstufenchor sang inbrünstig und mit gut einstudierten Tanzgesten ein ABBA-Potpourri.
Fast die Bühne sprengte der riesengroße und einheitlich in schwarz-rot gekleidete Oberstufenchor. Höchst diszipliniert und mit äußerst kompaktem Klang sang er unter der leitung von StRin Edith Kaltenbrunner variationsreich den Shanty vom „Drunken sailor“, ein finnisches Lied von Mia Makaroff sowie den Popsong „It’s my life“ von Bon Jovi. Aus dem Chor formte sich das „Profilfach Vokalensemble Q12“ mit dem Song „Viva La Vida“. Einen erlesenen Chorklang pflegte der Kammerchor des P-Seminars Musik Q11 unter der Leitung von OStRin Susanna Mette. Sublim erklang die leicht erotisch angehauchte Geschichte von „Erlaube mir, feins Mädchen“ von Brahms, fugentechnisch gut durchgearbeitet der Schluss des Bach’schen „Magnificat“ und innig mit wechselnden Soli „The Rose“ von Amanda McBroom.
Auch Bestes boten die Orchester: Marschmäßig und schwelgerisch bombastische Filmmusik aus dem Film „Drachenzähmen leicht gemacht“ spielte das riesengroße Junge Sinfonische Orchester unter der Leitung von OStRin. Viel kleiner und feiner ist das Kammerorchester. Mit zündendem Feuer und temperamentvoller Hingabe widmeten sich die Streicher der „Capriol-Suite“ von Peter Warlock. Scharf markierten sie die wechselnd langsamen und schnellen barockisierenden und dann plötzlich modern irritierenden Tänze. Mit sprunghafter Suggestion dirigierte StD Robens. Julius Kotthoff (Q12) lieferte sich im Kopfsatz des Klavierkonzerts KV 414 von Mozart ein schönes musikalisches Gespräch mit den aufmerksam reagierenden Streichern und gefiel mit geschmackvoll abgetöntem Klavierton.
Das große Symphonieorchester wurde von OStRin Mette geleitet. Mit furiosem Feuer und freudiger Überzeugungskraft spielte das Orchester die Ouvertüre zu Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail“. Am Ende animierte der immer zündende „Radetzky-Marsch“ die Zuhörer zum Mitklatschen. Dazwischen kamen die Solisten: Marinus Kreidt (Q12) präsentierte mit reißerisch-virtuosem Elan und farbenreichem Geigenton die „Symphonie Espagnole“ von Éduard Lalo. Mit großem leuchtendem und bisweilen gleißendem Ton spielte Marita Hörberg (Q12) den 1. Satz des Violinkonzerts von Peter Tschaikowsky. Strahlend meisterte sie alle geigerischen Schwierigkeiten, alle Doppelgriffe, Arpeggien, Lagenwechsel und Triller, bannte das Publikum von Anfang an und schuf in der Kadenz atemlose Spannung. Jede Phrase sang sie bis zum Ende aus und erwies sich auch im Auftreten als souveräne Künstlerin. Der Beifall für beide Solisten wollte schier kein Ende nehmen.
Normaler weise verleiht der Elternbeirat den jährlichen Sozialpreis beim Herbstkonzert in der IGG-Aula. Der jetzige Vorsitzende Thomas Tramp wollte den ausgezeichneten Schülern die große Bühne bieten. So übergab er an das „Technik-Tandem“ Alexander Schmid und Hartmut Göbel (beide Q11) den mit je 100 Euro dotierten Preis für ihren unermüdlichen Einsatz als Licht- und Tontechniker bei vielen IGG-Veranstaltungen sowie auch an Johanna Lengauer (Q12) für ihre Tätigkeit bei der Wasserwacht, in der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) und in der SEG (Schnelleinsatzgruppe), die bei Unfällen hilft.
StD Rainer W. Janka



Frühjahrskonzert 2016 Dienstag