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Vortrag

Die Schönheit der Polynome

Mathematik-Vortrag am IGG

Die Reihe der naturwissenschaftlichen Vorträge, die Studienrat Dr. Thomas Grillenbeck am Ignaz-Günther-Gymnasium (IGG) organisiert, geht weiter. Von der Jacobs Universität Bremen kam Prof. Dr. Dierk Schleicher, um über die moderne Forschung in der Mathematik und die Schönheit der Polynome zu sprechen.

Die „Mitternachtsformel“, Suche nach Nullstellen mit Hilfe der Cardanischen Formel bei kubischen Gleichungen, komplexe Zahlen - es konnte einem schwindlig werden bei der rasenden Leidenschaft, mit der Professor Schleicher über diese mathematischen Probleme dozierte. Wozu braucht man diese? „Hochtechnologie ist mathematische Technologie“, betonte Professor Schleicher, man brauche sie bei der Konstruktion von Brücken genauso wie beim Andocken von Satelliten an ein Raumschiff oder beim Bau von Robotern.

Professor Schleicher ging bis zu Isaac Newton zurück, um die Nullstellen-Suche zu erläutern und bemerkte dazu vergnügt: „Mathematiker lieben das Chaos!“ Dann erklärte er, wie man bei Polynomen bis zu Grad 50 Nullstellen finden könne, von denen es über eine Million gebe. Derzeit suchen seine Schüler Nullstellen bis zu einer Milliarde.

Schließlich ging Professor Schleicher dazu über, diese Nullstellensuche in bunten Grafiken darzustellen, in so genannten „Fraktalen“. Es ergeben sich fantastisch-chaotische Grafiken, die trotzdem eine Struktur haben, eine „Universalität im Chaos“, wie Professor Schleicher pries. Vor allem die „Mandelbrot-Mengen“ hatten es ihm angetan. So sind nämlich Polynome organisiert, bei denen Newtons Nullstellensuche nicht gut funktioniert: „Das Chaos hat viel Struktur!“, schmunzelte Professor Schleicher und zeigte Grafik um Grafik dazu, eine schöner als die andere.
Rainer W. Janka