Was lernt man in Latein?


1. Wie man am Gymnasium lernt und arbeitet.

In Latein wird besonders intensiv geübt, wie man einen Stoff so lernt, dass man ihn nicht nur in der nächsten Stunde kann, sondern auch noch im nächsten oder übernächsten Jahr. Sorgfältig, planvoll, konsequent und kreativ zu lernen und zu arbeiten kann natürlich anstrengend sein, aber Übung macht den Meister. Und wer schon in der 5. Klasse zu einem kleinen Meister im Lernen und Arbeiten geworden ist, der hat einige Trümpfe fürs Gymnasium, und später fürs Studium und Berufsleben in der Hand.

2. Wie die deutsche Sprache funktioniert.

Richtige deutsche Sätze bilden, gut formulieren, Fremdwörter richtig verstehen: das sollte man können. Schon die Fünftklässler vom IGG übersetzen täglich anspruchsvolle Texte ins Deutsche. Und das heißt: Wie sagt man eigentlich im Deutschen? Wie kann man das im Deutschen gut formulieren? Gibt es im Deutschen eine entsprechende Redensart? Und wenn man schon in der 5. Klasse weiß, was „agieren", „mutieren" oder „deponieren" bedeutet, wenn man gelernt hat, was „vehement", „defensiv", „ostentativ" oder „mental" heißt und wenn man sich unter „Pazifist", „Omen" oder „Kausalsatz" etwas vorstellen kann, dann hat man eine Menge über seine eigene Sprache gelernt. Im Deutsch-Test haben Lateinschüler jedenfalls die Nase vorn.

3. Ein bisschen Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch!

Jeder Fünftklass-Lateiner des IGG versteht bereits hunderte von englischen, französischen, italienischen, spanischen oder portugiesischen Wörtern. Die genannten Sprachen sind ja aus dem Lateinischen entstanden bzw. stark davon beeinflusst. Das Bild zeigt, was aus den lateinischen Wörtern lingua (Sprache), amicus (Freund), terra (Land), error (Fehler), insula (Insel) und nomen (Name) in den modernen Fremdsprachen geworden ist.

4. Dinge, „die man nicht brauchen kann".

Schon in der 5. Klasse erfährt man in Latein viel, was man gar nicht braucht. Zum Beispiel, was ein "Atrium" ist, was es mit dem „Trojanischen Pferd" auf sich hat oder was eine „Odyssee" ist, oder wer „Herkules" war oder wie in der Antike die Olympischen Spiele abgelaufen sind, wie die Menschen den Vulkanausbruch von Pompeji erlebt haben oder warum sich die Römer Gladiatorenspiele angesehen haben. Das alles braucht man nicht unbedingt wissen.

Trotzdem finden es die meisten Schüler interessant. Und wenn man mal in Rosenheim am „Atrium" vorbeigeht oder die Mama beim Einkaufen von einer „Odyssee" spricht oder der Papa mit einem „Trojanischen Pferd“ zu kämpfen hat oder man sieht, wie Schaulustige bei einem Unfall zusehen, dann versteht man das alles vielleicht ein bisschen besser. Und zu lernen, die Welt, die um einen herum ist, ein bisschen besser zu verstehen…, vielleicht kann man das ja doch irgendwie brauchen.