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Wettbewerbe

Griechisch und Latein - "das hat einfach was!"

Doppelerfolg beim Landeswettbewerb Alte Sprachen.

Das gab es noch nie: Beim "Landeswettbewerb Alte Sprachen", bei dem geeignete Kandidaten für die renommierte Studienstiftung des Deutschen Volkes gesucht werden und an dem jedes Jahr etwa 1000 Schüler aus ganz Bayern teilnehmen, haben es dieses Jahr gleich zwei Ignazlerinnen auf die ersten Plätze geschafft: Lea Hinterholzer (links) und Patricia Kemeter, beide Q12.

Man muss natürlich ziemlich gut Latein bzw. Griechisch können, wenn man bei einem solchen Wettbewerb erfolgreich ist. "Aber eigentlich", so erklärt Patricia, "ging es bei diesem Wettbewerb um Kreativität." Lea gibt dafür ein Beispiel aus der zweiten Wettbewerbsrunde, in der noch 50 Teilnehmer übrig waren: "Da sollte man aus Sicht der stoischen Philosophie auf den Artikel einer österreichischen Psychiaterin antworten, in dem es um Wutbürger, Pegida und AfD geht."

Und auch in der Endrunde, zu der noch 10 Teilnehmer zugelassen waren, musste den beiden schnell was Kluges einfallen: Sie mussten sich einem Gespräch mit zehn Professoren und anderen Experten stellen, in dem es ausgehend von einem antiken Text um alles Mögliche, von neuesten Erkenntnissen der Archäologie bis hin zur Kreiszahl Pi ging. "Vermutlich wollten die sehen, wie schnell man kombinieren kann", vermutet Patricia. Die beiden Schülerinnen konnten offenbar nicht nur die Jury überzeugen, sondern hatten auch noch Spaß an dem Wettbewerb. "Ja,", sagt Lea, "und man auch wieder mal gemerkt, dass die Meinung, Latein und Griechisch brauche man nicht, einfach ein Vorurteil ist." Darin sind sich die beiden jungen Damen einig: Aus den alten Texten könne man sehr viel für die Gegenwart lernen. Und außerdem sei das Ganze halt einfach interessant. Patricia bringt es so auf den Punkt: "Griechisch und Latein - das hat einfach was!"


Wie man mit der Liebe zu den Griechen Gewinne einfährt
Giulia Engler aus der Q12 erhält den Pegalogos-Preis 2012
"Warum ich es liebe, Griechisch zu lernen" nannte Giulia Engler eine selbst gestaltete Collage, in der sie einen selbst verfassten Text mit autobiographischen Inhalten zwischen die wehenden Haare eines Selbstportraits einflocht. Dieses durch bemerkenswerte Tiefe, brillante Formulierungen und beeindruckende Ehrlichkeit bestechende Werk überzeugte die Jury des Arbeitskreises Humanistisches Gymnasium e.V. so sehr, dass sie der Q12-Schülerin des Ignaz-Günther-Gymnasiums in Rosenheim den Pegalogos verlieh. Im gleichnamigen Wettbewerb konnten die rund 3000 Schüler Bayerns, die ein humanistisches Gymnasium besuchen (also Latein und Altgriechisch lernen), mit kreativen Beiträgen zum Thema "Warum heute noch Griechisch? Warum heute noch humanistische Bildung?" antreten. Vergeben wird dieser Preis alle zwei Jahre, 2012 ging er an Giulia Engler. Neben Ehre, Lob und einem Fernsehinterview gab es für ´Griechisch´ tatsächlich auch Bargeld: 500 Euro. Eine kleine Ironie in Zeiten, in denen Griechenland und Gewinn scheinbar nur schwer zueinander passen, besonders finanziell.
Warum liebt Giulia Engler es also, Griechisch zu lernen? "An keinem Ort dieser Welt verständigt man sich heute noch auf Alt-Griechisch, aber an jedem Ort dieser Welt wirst du die Wahrheit, die in den wundervollen Worten steckt, die vor Jahrtausenden in dieser Sprache verfasst wurden, erkennen", schreibt die Gewinnerin dazu. Wer nun meint, die künftige Abiturientin kenne nur ihre Bücher, muss nur weiter in ihren Haaren lesen. Ein typischer Abend am Wochenende im Leben all der Jungen, die umherirren und ihren Weg suchen ins Erwachsenenleben - wie sie selbst auch? Musik, Drinks, Lächeln, gut aussehen. Und immer wieder diese Gespräche, die mich so sehr an Nachrichten in facebook erinnern. ´Hey, wie geht´s? Was machst du so?´ - Küsschen rechts, Küsschen links. Eine Antwort ist gar nicht nötig, die Augen schweifen meist schon weiter.
Lehrt Griechisch also pessimistische Gesellschaftskritik? "Ich sehne mich wie jeder Mensch in sich nach Sinn, Tiefe und Wahrheit. Und Griechisch ist für mich eines der größten Geschenke." Gut. Und was schenkt die humanistische Bildung denn nun konkret, warum heute noch Griechisch, Frau Engler? "Um die Genialität, die Großartigkeit, die Vollkommenheit, die Hässlichkeit und die Schönheit dieser Zeit zu begreifen. Und durch tiefe Erkenntnis seine eigene Welt und sich selbst besser zu verstehen. Oder vielleicht einfach, um nachts lächelnd im Club zu stehen und zu wissen: Alles hat einen Sinn!" Ist es nicht ermutigend, wenn ehrliche Selbstreflexion so positiv, weil humorvoll enden und darüber hinaus noch Gewinn einfahren kann?
Andi Wagner



Mit nackten Sirenen zum Stipendium
Aufnahme in die Studienstiftung des Deutschen Volkes
Jedes Jahr findet in Bayern der Landeswettbewerb Alte Sprachen statt. Nach langer Zeit hat es wieder mal ein Ignazler bis nach ganz oben geschafft: Carina Friedel aus der Q12. Sie bekommt für ihr Studium ein lukratives Stipendium!
Aber einfach war es nicht: Nach einer saftigen Griechisch-Klausur musste sie eine Hausarbeit schreiben. Carinas Thema: Die nackten Sirenen auf dem Gemälde von unserem früheren Kunstlehrer Bruno Kelch. Es hängt bei Herrn Friedel im Büro. Weil ihre Arbeit zu den 10 besten in ganz Bayern gehörte, durfte Carina in die letzte Runde. Die hatte es allerdings in sich: Ein Colloquium vor zwölf (!) Griechischprofessoren. Aber auch das hat sie gemeistert. Das Ignaz gratuliert herzlich zu diesem großartigen Erfolg!

Harry-Mareo Franke mit Dr. Spaenle


Pegalogos-Preis für Harry-Matteo Franke, Q11
Außenstehende wundern sich manchmal über die Begeisterung, die eine alte Sprache bei jungen Leuten auslösen kann. Bei dem alle zwei Jahre ausgeschriebenen und mit 500,- € dotierten Pegalogos-Preis sind Griechischschüler aus ganz Bayern aufgefordert, in kreativer Weise die Frage zu beantworten, was jungen Menschen des 21. Jahrhunderts die Beschäftigung mit Sprache und Kultur der alten Griechen bedeutet. Harry-Matteo Franke aus der Q12 hat die Frage auf selbst gestalteten Aufklebern zu beantworten versucht, und das offenbar so überzeugend, dass er sich unter den Preisträgern wiederfand. Die Preisverleihung nahm Staatsminister Dr. Spaenle in der Münchner Glyptothek persönlich vor. Glückwunsch!