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Willkommenskonzert

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OVB vom 6. Dezember 2014

IGNAZ-GÜNTHER-GYMNASIUM GAB KONZERT FÜR FLÜCHTLINGE

Musik als Zeichen des Willkommens

Eine Freude machen wollten die Schüler des Ignaz-Günther-Gymnasiums Flüchtlingen aus Rosenheim und Schloßberg und luden sie zusammen mit ihren Paten zu einem Konzert in ihre Schule ein. Viele der Flüchtlinge hatten noch nie zuvor klassische Musik gehört. Doch die anfängliche Unsicherheit wich schnell großer Begeisterung.

VON KARIN WUNSAM

Rosenheim
- Die Idee für den musikalischen Willkommensgruß kam von einer Schülerin des Ignaz-Gün- ther-Gymnasiums. Lehrer wie Mitschüler zeigten sich davon begeistert. Zu Gehör kam mit leichten Abänderungen noch einmal das Herbstkonzert der Schule. Rund 40 junge Musiktalente beteiligten sich. Klassik prägte mit Stücken von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Robert Schumann das Programm. Es war aber auch etwas Volksmusik dabei.Eingeladen wurden dieFlüchtlinge samt Paten über die Stadt. Am Konzerttag hieß es dann erst mal abwar- ten, wie viele der Einladung tatsächlich folgen. „Das können wir jetzt gar nicht abschätzen. Die Lage ist unsicher“, meinte Musiklehrer Stephan Robens eine Stunde vor Konzertbeginn noch etwas nervös. Für gut 100 Gäste war der Saal im Ignaz- Günther-Gymnasium be- stuhlt. Tatsächlich musste dann sogar noch schnell für zusätzliche Sitzgelegenheiten gesorgt werden. Unter den Gästen fanden sich neben Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer auch viele Stadträte. Im Mittelpunkt standen aber die rund 60 Flüchtlinge mit ihren Paten.

Noch nie zuvor Mozart gehört

Einer davon war der 19-jährige Dariki. Der junge Mann aus Somalia hatte niemals zuvor in seinem Leben ein klassisches Konzert besucht. „Ich kenne nur einige amerikanische Popsongs“, erzählte er. Namen wie Mozart oder Schumann waren ihm völlig fremd. „Ich weiß jetzt noch gar nicht, was mich da eigentlich erwartet“, sagte er. Die Freude über die Einladung war ihm trotzdem deutlich anzusehen. „Das ist eine super Sache“, lobte Patin Dorothea Handreke das Engagement des Gymnasiums. Derartige Zeichen seien enorm wichtig: „Damit zeigt man, dass man auch schon mit kleinen Schritten vielenMenschen helfen kann.“Helmut Heiß folgte als Pate zusammen mit zehn jungen Flüchtlingen aus Eritrea der Einladung. Die jungen Damen hatten mit Konzerten schon etwas mehr Erfahrung wie Dariki. „Sie haben kürzlich selbst bei einem Konzert am Schloßberg gesungen“, erzählte der 55-Jährige.
Den Abend genossen alle Gäste sichtlich. Erinnerungsfotos wurden gemacht und am Ende gab es lauter strahlende Gesichter. „Solche Musik habe ich noch nie gehört. Aber sie ist wunderschön“, schwärmte ein 21-jähriger aus Somalia auf dem Nachhauseweg.
Für die am Konzert mitwirkenden Schüler war ihr Engagement für die Flüchtlinge eine Selbstverständlichkeit. „Ich finde, das ist eine gute Sache“, meinte Alexander Schmid. Der 16-jährige Rosenheimer spielte am Xylophon das Stück „Zirkus Renz“ von Gustav Peter. Vor seinem Auftritt war er schon sehr gespannt auf die Reaktionen der Gäste: „Ich finde es spannend, wie diese Musik bei den Afrikanern ankommt, schließlich kommt der Vorgänger des Xylophons ja aus ihrem Land.“

Ehrenamtliche Deutschstunden

Das Ignaz-Günther-Gymna- sium will sich in Zukunft weiter für die Flüchtlinge engagieren. Bereits jetzt besuchen Lehrkräfte immer wieder ehrenamtlich die Luitpoldhalle, um dort Deutschstunden abzuhalten. Für diesen Zweck wurde auch eine Tafel zu den „Nachbarn“ gerollt. Geplant ist in Kürze außerdem ein Begegnungs- Nachmittag.

Die Beiträge des Bayerischen Rundfunks

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