Zukunftsforscher Opaschowski

Zukunft ist ein anderes Wort für Hoffnung!
Zukunftsforscher Horst Opaschowski erklärt im IGG die Zukunft

Wie werden wir in zwanzig Jahren leben, lernen und arbeiten? Dieser spannenden Frage widmete sich auf Einladung des Elternbeirats der bekannte Zukunftsforscher Prof. Dr. Horst Opaschowski in einem abwechslungsreichen Vortrag in der vollgefüllten Aula des IGG. Herr Thomas Tramp, Vorsitzender des Elternbeirates, begrüßte den renommierten Forscher und präsentierte dessen neuestes Buch, das man nach dem Vortrag kaufen konnte. Eltern, Lehrer und Schüler, darunter das gesammelte P-Seminar Rhetorik von OStR Segerer, hörten aufmerksam zu. Professor Opaschowski hatte seine Tochter Irina Pilawa mitgebracht, so dass beide wechselweise spritzig, witzig und wortironisch referieren konnten.

„Die Zukunft beginnt heute!“, begann Professor Opaschowski und kam nach einigen Schlenkern in die Vergangenheit der Zukunft schnell in die Gegenwart. „Die Welt wandelt sich und wächst, Deutschland altert und schrumpft.“, konstatierte er und sagte weiter mit Blick auf die vielen jungen männlichen Asylsuchenden in Deutschland: „Viele Migrationsprobleme werden Generationsprobleme werden. Junge Männer treffen zukünftig auf alte Frauen.“ Aber: Zukunft sei auch ein anderes Wort für Hoffnung. Und dann stellte er insgesamt 10 Zukunfts-Trends fest:Sicherheit wird die neue Freiheit! Die Welt werde immer unberechenbarer, darauf antworte man mit der „Anti-Fragilität“, man rechne mit den Unberechenbarkeiten und praktiziere „effizienten Idealismus“, also Idealismus mit unmittelbarer Wirkung. „Einigkeit und Recht und Sicherheit“ werde die neue Hymne werden.Total digital – völlig normal! Die digitale Entwicklung werde schneller und selbstverständlicher werden. „Webzeiten sind wie Hundejahre“, also alle sieben Jahre gebe es neue Entwicklungen.
Die Menschen wandern zum Wohlstand. Die Zukunft sei zentral, nah und kurz, das bedeute eine Abwendung von der Pendlergesellschaft hin zur zentralen Stadt, wobei Deutschland immer mehr zum Mieterland werde.
Leben ist die Lust zum Schaffen! Die Leistungsgesellschaft lebt, die Hedonisten werden weniger, die jungen Menschen würden zu Pionieren des Wertewandels, Werte-Synthese sei das Motto der nächsten Generation, jeder sei sein eigener Lebens-Unternehmer.
Die Frauen kommen mit Macht! Die Frauen werden die Arbeitswelt verändern, Rollenwechsel seien angesagt und Statuskämpfe unausweichlich.
Lernen und weiterdenken! Lernen, leisten, leben: Die Förderung von Sozialkompetenz müsse in der Schule im Zentrum stehen!
Lust auf Familie! Ein zweiter demografischer Wandel kündige sich an, die Geburtenzahlen stiegen langsam an: Familienpolitik bleibt Zukunftspolitik.
Soziale Konvois werden lebenslange Begleiter: Ein flexibler Familienbegriff mache sich Bahn, es gebe neue Wohngenossenschaften, die Wahlfamilie erlebe eine Renaissance.
Geld – Glück – Sinn: Diese drei Werte würden neu justiert, die jungen Menschen seien Lebenspioniere, sie verknüpften die Sinn- mit der Glücksfrage, aus dem jetzigen Krisenbewusstsein entstünden Krisenprofis: die Generation Krise. Diese „Wir-schaffen-das“-Einstellung als mentale Stärke mache Hoffnung. Die neue Generation Z wie Zuversicht sei krisenerfahren, familienorientiert und prosozial.
Gut leben statt viel haben: Es finde ein Perspektivenwechsel statt vom Wohlleben zum Wohlergehen, man wolle lieber glücklich als reich sein.
Als Fazit stellte Prof. Opaschowski fest: Es gibt eine Aufwertung von Familie und Kindern. Soziale Konvois sind nötig. Deutschland wird konservativer - und konfliktreicher. Viele werden ärmer werden, aber nicht unglücklicher. Dann gelinge die soziale Vision: GUT ZUSAMMENLEBEN!

Text und Fotos: Rainer W. Janka